
Warum wir unsere Heilige Birma nicht in ungesicherten Freigang vermitteln
Wohnungshaltung, gesicherter Freigang und Katzenwohl – warum wir uns bewusst gegen ungesicherten Freigang entscheiden.
Wer auf der Suche nach einer Heiligen Birma ist, stößt früher oder später auf diese Frage:
„Darf die Katze später Freigänger werden?“
Unsere Antwort lautet ganz klar:
Nein. Wir vermitteln unsere Heilige Birma nicht in ungesicherten Freigang.
Diese Entscheidung basiert weder auf Angst noch auf Bequemlichkeit. Sie basiert auf Verantwortung, Erfahrung und dem Wunsch, unseren Katzen ein langes, gesundes Leben zu ermöglichen.
Freigang für Katzen – romantische Vorstellung oder reales Risiko?
Viele Menschen verbinden Freigang mit Freiheit.
Die Vorstellung einer Katze, die durch Gärten streift, über Mauern balanciert und die Welt erkundet, wirkt zunächst artgerecht und natürlich.
Doch die entscheidende Frage lautet:
Ist etwas automatisch gut, nur weil es natürlich ist?
Auch Krankheiten, Hunger, Verletzungen und ein früher Tod kommen in der Natur vor. Als Tierhalter schützen wir unsere Tiere jedoch bewusst vor diesen Risiken.
Wir impfen.
Wir behandeln Krankheiten.
Wir sorgen für hochwertiges Futter.
Wir sichern Balkone.
Wir lassen Katzen kastrieren.
Warum?
Weil wir Verantwortung übernehmen.
Ein Vergleich, der zum Nachdenken anregt
Manchmal wird Wohnungshaltung als „Einschränkung“ bezeichnet.
Doch betrachten wir dieselbe Situation einmal aus einer anderen Perspektive:
Kein verantwortungsvoller Elternteil würde ein kleines Kind nachts alleine durch die Stadt laufen lassen.
Niemand würde sein Kind unbeaufsichtigt auf einer vielbefahrenen Straße spielen lassen.
Nicht weil man das Kind einschränken möchte.
Sondern weil man die Gefahren kennt.
Wir sichern Steckdosen.
Wir schnallen Kinder im Auto an.
Wir bestehen auf Fahrradhelmen.
Nicht weil wir gegen Freiheit sind.
Sondern weil Liebe und Verantwortung manchmal bedeutet Grenzen zu setzen.
Natürlich ist eine Katze kein Kind.
Doch eine Katze kann Gefahren ebenso wenig einschätzen.
Sie versteht keine Verkehrsregeln.
Sie erkennt kein Rattengift.
Sie weiß nicht, welcher Hund gefährlich ist.
Sie kann nicht beurteilen, welcher Mensch ihr etwas antun könnte.
Genau deshalb liegt die Verantwortung bei uns.
Straßenverkehr – die größte Gefahr für Freigängerkatzen
Der Straßenverkehr gehört zu den häufigsten Todesursachen bei Freigängerkatzen.
Eine Katze kann Entfernungen und Geschwindigkeiten nicht einschätzen. Ein kurzer Schreckmoment genügt.
Viele Katzenhalter kennen die Angst:
Die Katze kommt nicht nach Hause.
Stunden werden zu Tagen.
Man sucht, ruft, hängt Plakate auf.
Manchmal folgt ein Anruf.
Manchmal findet man die Katze am Straßenrand.
Und manchmal erfährt man nie, was passiert ist.
Vergiftungen – eine oft unterschätzte Gefahr
Freigängerkatzen kommen regelmäßig mit Stoffen in Kontakt, die lebensgefährlich sein können:
- Schneckenkorn
- Rattengift
- Frostschutzmittel
- Pflanzenschutzmittel
- giftige Pflanzen
Das Tragische:
Oft bemerkt niemand, womit die Katze in Kontakt gekommen ist.
Die Symptome treten häufig erst auf, wenn es bereits zu spät ist.
Diebstahl und Misshandlungen
Eine Heilige Birma ist eine besonders menschenbezogene, freundliche und vertrauensvolle Katzenrasse.
Genau das macht sie leider auch verletzlich.
Immer wieder verschwinden Rassekatzen spurlos.
Nicht jede Katze, die nicht nach Hause kommt, ist verunglückt.
Manche werden mitgenommen.
Manche werden „gerettet“, obwohl sie ein Zuhause haben.
Manche geraten an Menschen, die ihnen bewusst Schaden zufügen.
Krankheiten und Revierkämpfe
Freigängerkatzen haben ein erhöhtes Risiko für:
- FIV (Katzen-Aids)
- FeLV (Leukose)
- Parasiten
- Würmer
- Zecken
- Abszesse
- Bissverletzungen
Viele Krankheiten werden durch Kontakte mit fremden Katzen übertragen.
Stress ist nicht immer sichtbar
Viele Menschen denken bei Freigang an Abenteuer.
Katzen erleben jedoch nicht nur schöne Dinge.
Sie müssen Reviere verteidigen.
Sie werden von anderen Katzen bedrängt.
Sie werden vertrieben.
Sie erleben Unsicherheit und Konkurrenz.
Katzen sind Meister darin, Schmerzen und Stress zu verbergen.
Nur weil wir ihn nicht sehen, bedeutet das nicht, dass er nicht vorhanden ist.
Freigang gefährdet auch Wildtiere
Hauskatzen gehören zu den erfolgreichsten Jägern überhaupt.
Studien zeigen, dass freilaufende Katzen jedes Jahr eine große Anzahl von Vögeln, Kleinsäugern, Reptilien und Amphibien erbeuten.
Selbst gut gefütterte Katzen jagen.
Nicht aus Hunger.
Sondern weil Jagd ein natürlicher Instinkt ist.
Als verantwortungsvolle Katzenhalter tragen wir deshalb auch Verantwortung für die heimische Tierwelt.
Wohnungshaltung bedeutet nicht Verzicht
Ein häufiges Missverständnis lautet:
„Eine Wohnungskatze kann kein glückliches Leben führen.“
Unsere Erfahrung zeigt das Gegenteil.
Eine gut gehaltene Wohnungskatze mit:
- Kletter- und Kratzmöglichkeiten,
- gesichertem Balkon oder Außengehege,
- hochwertiger Beschäftigung,
- ausreichend Platz,
- und engem Familienanschluss
kann ein äußerst erfülltes und glückliches Leben führen.
Die Heilige Birma eignet sich aufgrund ihres menschenbezogenen Wesens sogar besonders gut für die Wohnungshaltung.
Unsere Verantwortung als Züchter
Jedes Kitten, das bei uns geboren wird, begleiten wir vom ersten Atemzug an.
Wir investieren Zeit, Liebe, Schlaf, Geld und einen großen Teil unseres Herzens in diese kleinen Persönlichkeiten.
Deshalb können wir nicht akzeptieren, dass ihr Leben täglich vermeidbaren Risiken ausgesetzt wird.
Wir möchten nicht, dass unsere Katzen überfahren werden.
Wir möchten nicht, dass sie vergiftet werden.
Wir möchten nicht, dass sie verschwinden.
Wir möchten, dass sie alt werden.
Dass sie ihren Menschen viele Jahre begleiten.
Dass ihre Familien möglichst lange Freude an ihnen haben.
Deshalb vermitteln wir unsere Heilige Birma ausschließlich in Wohnungshaltung, wenn es mit gesichertem Balkon, gesicherter Terrasse, Außengehege oder katzensicherem Garten - super!
Denn für uns bedeutet Tierliebe nicht maximale Freiheit.
Für uns bedeutet Tierliebe maximale Verantwortung.
Und Verantwortung bedeutet, eine Entscheidung zu treffen, die Leben schützt.