Immer wieder werden wir (manchmal auch mit Vorwürfen) gefragt, warum wir für erwachsene, bereits kastrierte Katzen ein neues Zuhause suchen.
Die Antwort darauf ist einfach: Eine verantwortungsvolle Zucht bedeutet auch, die Anzahl der Tiere im Blick zu behalten und niemals in eine Haltung abzurutschen, bei der das Wohl der einzelnen Katze nicht mehr gewährleistet werden kann. Animal Hoarding darf niemals das Ergebnis einer falsch verstandenen Tierliebe sein.
Jeder von uns hat bereits Berichte gesehen oder davon gehört, wie aus einer ursprünglich gut gemeinten Zucht oder Tierhaltung im Laufe der Jahre eine Ansammlung von Dutzenden Tieren geworden ist. Tiere, die einst geliebt wurden, lebten plötzlich unter erbärmlichen Bedingungen – ohne ausreichende Pflege, ohne Rückzugsmöglichkeiten und oftmals ohne angemessene medizinische Versorgung. Niemand beginnt mit dieser Absicht. Aus „Nur diese eine Katze bleibt noch bei uns“ werden im Laufe der Jahre immer mehr Tiere. Irgendwann reichen die vorhandenen Ressourcen – Zeit, Energie, finanzielle Mittel und räumliche Möglichkeiten nicht mehr aus, um jedem einzelnen Tier gerecht zu werden.
Deshalb ziehen wir eine klare Grenze
Es gehört zu einer verantwortungsvollen und seriösen Zucht dazu, auch loslassen zu können.
Denn am Ende sollte immer eine Frage im Mittelpunkt stehen: Was ist das Beste für die einzelne Katze?
Jede Katze verdient Zeit, Aufmerksamkeit, ausreichend Platz und die Möglichkeit, so zu leben, wie es ihrem Wesen entspricht. Und genau dieses Wesen ist nicht in Stein gemeißelt.
Der Charakter einer Katze verändert sich im Laufe ihres Lebens. Aus einem verspielten Jungtier kann eine ruhige Genießerin werden. Eine Katze, die früher gerne mitten im Geschehen war, zieht sich vielleicht im Alter lieber zurück. Manche Katzen fühlen sich in einer Gruppe ein Leben lang wohl, andere stellen irgendwann fest: „Eigentlich hätte ich meine Menschen lieber ganz für mich allein.“
Auch die Dynamik innerhalb einer Katzengruppe ist keine Konstante. Beziehungen verändern sich, Sympathien entwickeln sich neu und manchmal passt es einfach nicht mehr. Das ist weder die Schuld der Katze noch die des Menschen – es ist einfach das Leben.
Manche unserer Katzen blühen in einer kleinen Gruppe auf, andere entwickeln sich zu glücklichen Einzelkatzen. Und genau diese Bedürfnisse nehmen wir ernst.
Dabei vergessen wir nie, dass Katzen ihre Lebenszeit anders erleben als wir. Drei Menschenjahre entsprechen ungefähr zehn Katzenjahren.
Oder anders gefragt: Wer möchte zehn Jahre in einer Beziehung verbringen, die mehr Stress als Freude bringt – auch wenn die Schwiegermutter die beste der Welt ist? ;)
Wahrscheinlich niemand.
Und genau deshalb erwarten wir das auch nicht von unseren Katzen.
Wenn wir uns dazu entscheiden, für eine unserer Heiligen Birmas eine neue Familie zu suchen, geschieht das niemals spontan, es ist immer eine Entscheidung im Sinne der Katze. Wir möchten, dass jede einzelne Soul of Diamonds Katze das Leben führen darf, das sie glücklich macht – mit ausreichend Aufmerksamkeit, Ruhe und ganz viel Liebe.
Verantwortung bedeutet für uns, die Bedürfnisse unserer Tiere über unsere eigenen Wünsche zu stellen. Manchmal gehört dazu auch, loszulassen und einem geliebten Familienmitglied die Chance auf einen Neuanfang zu schenken :)
