
Hat mich die Katze ausgewählt – oder riechst du einfach nach Leberwurst?
Kaum betritt Besuch das Wohnzimmer, passiert es.
Drei Menschen sitzen erwartungsvoll auf dem Sofa.
Die Erste lächelt freundlich.
Der Zweite flüstert mit hoher Stimme: „Miiiieeez, komm mal her…“
Die Dritte hat bereits beschlossen, dass heute eine tiefe seelische Verbindung entstehen wird.
Die Katze schaut kurz in die Runde.
Dreht sich um.
Läuft zielstrebig an allen vorbei.
Springt auf den Schoß des Mannes, der sich eigentlich nur auf den Kaffee gefreut hat.
Stille.
Dann fällt garantiert einer dieser Sätze:
„Sie hat mich ausgewählt.“
Oder:
„Tiere spüren eben gute Menschen.“
Oder mein persönlicher Favorit:
„Das ist Schicksal.“
Was denkt die Katze?
„Die Frau quietscht.“
„Der Herr bewegt sich nicht.“
„Moment …“
„Riecht das nach Leberwurst?“
„Ich gehe der Sache wissenschaftlich nach.“
Die etwas unromantische Wahrheit
Katzen treffen ihre Entscheidungen selten aus spirituellen Gründen.
Sie achten auf Dinge, die für sie wirklich wichtig sind:
- Wer bewegt sich ruhig?
- Wer starrt mich nicht an?
- Wer wirkt berechenbar?
- Wer riecht interessant?
Menschen, die eine Katze unbedingt streicheln möchten, wirken aus Katzensicht manchmal ungefähr so charmant wie ein Fremder, der Sie im Supermarkt ungefragt umarmen möchte.
Der ruhige Mensch auf dem Sofa? Der macht deutlich weniger Druck – und wird deshalb oft zuerst besucht.
Und die Leberwurst?
Eine wahre Geschichte.
Eine Besucherin war fest davon überzeugt, dass unsere Katze sie auswählen würde. Stattdessen sprang die Katze auf den Schoß ihres Partners. Es wurde natürlich als Schicksal zugeordnet.
An der Haustür drehte sich der Mann noch einmal um, zwinkerte mir zu und flüsterte:
„Ich habe heute vor dem Losfahren eine Leberwurst gegessen und vergessen Hände zu waschen“ :)))))
Ob das wirklich der Grund war?
Die Katze lebt überglücklich bei der Familie und schweigt bis heute darüber ;)