
HCM bei Katzen erkennen: Herzultraschall oder NT-proBNP – was ist aussagekräftiger?
Wer sich über
HCM bei Katzen, einen
Herzultraschall bei Katzen oder den
NT-proBNP-Test informiert, stößt häufig auf widersprüchliche Aussagen. Besonders bei Rassekatzen wird oft diskutiert, welche Untersuchung aussagekräftiger ist und ob eine davon die andere ersetzen kann.
Tatsächlich verfolgen beide Verfahren unterschiedliche Ansätze und liefern unterschiedliche Informationen. Deshalb werden Herzultraschall und NT-proBNP von vielen Tierärzten und Kardiologen als sich ergänzende Untersuchungen betrachtet.
Was ist ein Herzultraschall bei Katzen?
Der Herzultraschall, auch Echokardiographie genannt, ermöglicht die direkte Darstellung des Herzens. Dabei können Herzwände, Herzkammern, Herzklappen und Blutfluss untersucht werden.
Diese Untersuchung wird häufig eingesetzt, um Veränderungen zu erkennen, die mit einer Hypertrophen Kardiomyopathie (HCM) vereinbar sein können. HCM zählt zu den bekanntesten Herzerkrankungen bei Katzen aller Rassen und Mischlingskatzen und kann sich im Laufe des Lebens entwickeln.
Ein Herzultraschall bei Katzen liefert Informationen über:
- die Dicke der Herzwände
- die Größe der Herzkammern
- die Funktion der Herzklappen
- den Blutfluss im Herzen
- mögliche strukturelle Auffälligkeiten
Der Vorteil liegt darin, dass das Herz direkt beurteilt werden kann.
Was ist der NT-proBNP-Test bei Katzen?
NT-proBNP ist ein Laborwert, der über eine Blutprobe bestimmt wird. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Herzstressmarker. Dieser wird vermehrt freigesetzt, wenn das Herz stärker belastet wird.
Ein erhöhter NT-proBNP-Wert bedeutet nicht automatisch, dass eine bestimmte Herzerkrankung vorliegt. Er ist jedoch ein Hinweis darauf , dass eine weiterführende Untersuchung sinnvoll sein könnte.
Der NT-proBNP-Test bei Katzen kann:
- Hinweise auf eine mögliche Herzbelastung liefern
- bei der Entscheidung für weitere Untersuchungen unterstützen
- zusätzliche Informationen ergänzend zum Herzultraschall liefern
Warum spielt das Alter der Katze eine Rolle?
Gerade bei jungen Katzen unter drei Jahren kann die Beurteilung des Herzens anspruchsvoll sein. Nicht alle Veränderungen, die später möglicherweise sichtbar werden, sind in jungen Jahren bereits im Herzultraschall erkennbar.
Aus diesem Grund wird bei Katzen unter drei Jahren ein NT-proBNP-Test empfohlen. Da es sich um einen Herzstressmarker handelt, können erhöhte Werte unter Umständen bereits auf eine Belastung des Herzmuskels hinweisen, bevor strukturelle Veränderungen im Herzultraschall sichtbar werden.
Dies bedeutet jedoch nicht, dass ein erhöhter NT-proBNP-Wert eine Herzerkrankung nachweist. Ebenso wenig kann ein unauffälliger Wert zukünftige Entwicklungen ausschließen.
Herzultraschall oder NT-proBNP – Welche Untersuchung ist aussagekräftiger?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da beide Untersuchungen unterschiedliche Informationen liefern.
Der Herzultraschall bei Katzen ermöglicht die direkte Beurteilung der Herzstruktur und Herzfunktion. Der NT-proBNP-Test liefert dagegen Hinweise darauf, ob eine erhöhte Belastung des Herzens vorliegt, oft bevor die Veränderungen im Ultraschall sichtbar sind.
Gibt es einen Gentest für HCM bei der Heiligen Birma?
Nein, gibt es nicht.
Immer wieder wird nach einem HCM-Gentest gefragt. Tatsächlich existieren zwar Gentests für bestimmte HCM-Mutationen bei einzelnen Katzenrassen, beispielsweise bei der Maine Coon oder der Ragdoll. Diese Tests sind jedoch rassespezifisch und können nicht einfach auf andere Rassen übertragen werden.
Für die Heilige Birma gibt es derzeit keinen HCM-Gentest, der eine zuverlässige Aussage über das individuelle Risiko einer Erkrankung ermöglichen würde.
WICHTIG!!!
Wer mit Aussagen wie „HCM-frei getestet“ oder „HCM genetisch ausgeschlossen“ wirbt, sollte kritisch hinterfragt werden. Nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft gibt es für die Heilige Birma keinen Gentest, der eine solche Aussage ermöglichen würde.
Warum seriöse Züchter keine Gesundheitsgarantie geben können
Viele Interessenten wünschen sich die Sicherheit, dass ein Kitten sein gesamtes Leben frei von Erkrankungen bleibt. Dieser Wunsch ist verständlich, lässt sich jedoch weder durch Gentests noch durch moderne Untersuchungsverfahren garantieren.
Die Veterinärmedizin verfügt heute über zahlreiche diagnostische Möglichkeiten. Dazu gehören unter anderem Gentests, Herzultraschall, NT-proBNP-Tests und weitere spezialisierte Untersuchungen. Dennoch haben sowohl die Medizin als auch die Genetik ihre Grenzen.
Nicht jede Erkrankung ist genetisch bedingt. Nicht jede genetische Veränderung führt zwangsläufig zu einer Erkrankung. Gleichzeitig können sich manche Erkrankungen erst im Laufe des Lebens entwickeln oder zu einem späteren Zeitpunkt nachweisbar werden.
Kein seriöser Züchter, der die Möglichkeiten und Grenzen von Genetik und Tiermedizin kennt, wird deshalb eine lebenslange Gesundheitsgarantie geben. Wer dies verspricht, vermittelt eine Sicherheit, die niemand verantwortungsvoll gewährleisten kann.
Verantwortungsvolle Zucht bedeutet nicht, absolute Sicherheit zu versprechen - die gibt es bei keinem, aber absolut keinem Lebewesen. Sie bedeutet vielmehr, verfügbare Untersuchungsmöglichkeiten sinnvoll zu nutzen, Zuchttiere sorgfältig auszuwählen, Entwicklungen langfristig zu beobachten und transparent über die Aussagekraft sowie die Grenzen der jeweiligen Untersuchungen zu informieren.
Unser Umgang mit Herzuntersuchungen bei Soul of Diamonds
Bei Soul of Diamonds gehören genetische Untersuchungen, tierärztliche Kontrollen sowie Herz- und Nierenuntersuchungen zu den Bausteinen unserer verantwortungsvollen Zuchtarbeit.
Dabei ist uns Transparenz besonders wichtig. Untersuchungen wie der Herzultraschall oder der NT-proBNP-Test liefern wichtige Informationen zum Zeitpunkt der Untersuchung. Sie können jedoch keine Garantie für die zukünftige Entwicklung eines Tieres geben.
Deshalb betrachten wir nicht nur einzelne Untersuchungsergebnisse, sondern auch die langfristige Beobachtung unserer Linien, den Austausch mit Fachärzten sowie die kontinuierliche Weiterbildung rund um die Heilige Birma und ihre Zucht.
Unser Ziel ist es nicht, Versprechen zu geben, die absolut niemand seriös geben kann. Vielmehr möchten wir Interessenten offen und ehrlich über die Möglichkeiten und Grenzen moderner Untersuchungsverfahren informieren und unsere züchterischen Entscheidungen auf Grundlage der bestmöglichen verfügbaren Informationen treffen.