Müssen Rassekatzen wirklich so teuer sein?

Diese Frage stellen sich viele Katzenliebhaber, sobald sie sich ernsthaft mit dem Gedanken beschäftigen, eine Rassekatze zu kaufen. Oft entsteht dieser Wunsch nach dem Besuch einer Ausstellung oder durch Berichte in Fachzeitschriften. Der erste Eindruck: „Warum sind diese Katzen so teuer?“
Und schnell folgt die Vermutung: „Züchter verdienen sich daran doch eine goldene Nase.“ - Die klare Antwort lautet: Nein, tun sie nicht. 
Zumindest nicht bei seriösen, verantwortungsvollen Züchtern.


Warum große Preisunterschiede entstehen

Der Preis einer Katze hängt direkt davon ab, wie sie gezüchtet und aufgezogen wurde.

❗ Billigangebote haben fast immer einen Haken

Günstige  „Rassekatzen“ stammen in der Regel von sogenannten Vermehrern oder Massenzuchten. Dort zählt nur eines: möglichst viele Tiere, möglichst schnell verkaufen.

Typische Probleme:
 • Keine oder unzureichende Tests auf Krankheiten bei den Eltern ( oft die Eltern unbekannt) 
 • Keine genetischen Untersuchungen
 • Fehlende Impfungen und Entwurmungen
 • Abgabe der Kitten viel zu früh (oft vor der 12.–13. Woche)
 • Schlechte oder gar keine Sozialisation

Mögliche Folgen:
 • Kranke, geschwächte Tiere
 • Hohe Tierarztkosten für den Käufer
 • Verhaltensprobleme durch falsche Aufzucht

Ein vermeintliches Schnäppchen kann schnell teurer als eine Katze vom seriösen Züchter werden. 


Die Realität hinter Vermehrern

Hier muss man es klar sagen: Vermehrer handeln verantwortungslos und tierschutzwidrig.
 • Muttertiere werden viel zu häufig gedeckt
 • Tiere werden wie „Ware“ behandelt
 • Gesundheit, Wesen und Rassestandard spielen keine Rolle
 • Es fehlt an Wissen, Fürsorge und Verantwortung

Wer dort kauft, unterstützt dieses System aktiv.


Was seriöse Zucht wirklich bedeutet

Ein verantwortungsvoller Züchter arbeitet komplett anders:
 • Mitglied in einem Zuchtverein mit klaren Regeln
 • Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere
 • Gezielte, durchdachte Verpaarungen
 • Aufzucht im Familienumfeld mit viel Sozialkontakt
 • Abgabe frühestens ab der 12.–13. Woche
 • Geimpfte, entwurmte und tierärztlich betreute Kitten

Das Ziel ist nicht Masse, sondern gesunde, wesensfeste und gut sozialisierte Katzen


Warum Rassekatzen ihren Preis haben

Seriöse Zucht ist kein Geschäft, sondern ein teures Hobby mit viel Leidenschaft.

Kosten entstehen unter anderem durch:
 • Anschaffung hochwertiger Zuchttiere (oft mehrere tausend Euro)
 • Tierarztkosten (Impfungen, Tests, Untersuchungen)
 • Deckgebühren
 • Hochwertiges Futter
 • Ausstattung und Haltung
 • Fortbildungen, Ausstellungen, Zuchtplanung

Viele Züchter decken mit dem Verkaufspreis gerade einmal ihre Kosten.


Beispiel: Die Heilige Birma

Die Zucht der Heiligen Birma gilt als besonders anspruchsvoll. Typische Merkmale erfordern:
 • fundiertes Wissen über Genetik
 • sorgfältige Auswahl der Elterntiere
 • langfristige Zuchtplanung

Ohne dieses Wissen entstehen keine echten Rassekatzen, sondern nur „birmaähnliche“ Tiere.


Vermehrer stellen keine Fragen und beantworten keine Fragen – wir schon

Wer seine Kitten ohne Fragen einfach verkauft, handelt nicht verantwortungsvoll – sondern wie ein Händler.

Vermehrer interessiert nicht, wohin ihre Tiere gehen. Hauptsache, das Geld stimmt und das nächste Kitten kann „abgegeben“ werden.
 • Kein Interesse am neuen Zuhause, kein Interesse mehr an dem Tier sobald die Tür zu geht 
 • Keine Verantwortung für das Tier
 • Kein Blick auf die Zukunft

So behandelt man Ware – nicht Lebewesen.

Wir distanzieren uns ganz klar von diesem Vorgehen.
Wir möchten wissen:
 • Wohin zieht unser Kitten?
 • Ist genügend Zeit, Geduld und Verständnis vorhanden?
 • Passt das Umfeld wirklich zu einem Tier?

Denn ein gutes Zuhause ist wichtiger als ein schneller Verkauf.

Wenn ein Züchter keine Fragen stellt, sollte man sich ernsthaft fragen, warum … 


Die klare Haltung
 • ❌ Nein zu Vermehrern und Massenzuchten
 • ❌ Nein zu „Schnäppchen-Katzen“ auf Kosten der Tiere
 • ✅ Ja zu Verantwortung, Qualität und Tierwohl


Was ein glückliches Katzenleben ausmacht

Ein gutes Katzenleben basiert auf:
 • möglichst beste Genen 
 • liebevoller Aufzucht mit Mutter und Geschwistern
 • hochwertiger Ernährung
 • guter tierärztlicher Versorgung
 • Zeit, Liebe und Fürsorge


Schlussgedanke

Eine Katze begleitet dich oft 15 Jahre oder länger.
Sie sollte niemals nach dem günstigsten Preis ausgewählt werden.

👉 Wenn eine Rassekatze finanziell nicht möglich ist, ist ein Tier aus dem Tierheim immer die bessere Wahl als der Kauf bei einem Vermehrer.